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Boundaries-to-Bridges-Tour 2003/2004
Almeria/Spain (Oktober 2003) -
St. Louis/Senegal (März 2004)
Synopsis
"Der Wind hat sich nicht nur um uns herum orkanartig erhoben und unsere Dörfer hinweg gefegt, er hat sich auch gewaltig in uns selbst erhoben, so sehr, dass wir ihn als das Prinzip der Welt und unseres Lebens erfahren haben. Die Welt um uns herum ist zu einer unbewohnbaren Wüste geworden, in welcher der Wind des Zufalls notwendigerweise Dünen häuft.
Wir selbst wollen diesen Zufall, und wir häufen Dünen, um uns selbst dabei zu raffen. Wir sind Nomaden geworden." (Vilem Flusser "Von der Freiheit des Migranten")
Seit 15 Jahren ziehen Soundsystems durch alle Teile der Welt. Technofestivals an allen Orten führen Menschen und ihre Musik, ihre Kunst und ihre Neugier zusammen, um gemeinsam und kommerzfrei zu feiern, ein unbeständiger, ungewohnter und multikultureller ?Circus of Madness?. Aus dieser Situation heraus, mit diesen Erfahrungen und Schwerpunkten haben wir ein Medium gesucht, welches altgewohnte Formen der Wahrnehmung aufnehmen kann und weiterentwickelt.
Hieraus ist die Karawane entstanden.
Die Karawane ist ein Melting Pot von KünstlerInnen, Medienschaffenden, Wissenschaftlern und Technikern aller Genres. Sie wollen den ?Circus of Madness? auf Fahrt senden, ihre unterschiedlichsten Formen der Kommunikation zusammenführen, so daß ein gemeinsames Programm entsteht.
Projektbeschreibung
Die Karawane strebt eine Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Gruppen aus allen Ländern an, welche sie durchquert. Diese Zusammenarbeit spielt sich in drei Kernbereichen ab:
1. Kulturaustausch
Innerhalb des Kulturaustausches wird die Karawane als Soundsystem, Circus, Mobiles Kino und Bühne für Theater und Performances zur Verfügung stehen. Die Karawane ist permanent offen für alle, die sich ihr anschliessen wollen, ob nur für einen kurzen Auftritt oder die gesamte Zeit der Tour.
-The Circus of Madness: Der Circus versteht sich als ein kulturübergreifendes Kommunikationsmedium, mit dem auf einfache Weise über Sprachgrenzen hinweg nicht nur Unterhaltung geboten werden kann, sondern auch inhaltliche Themen auf unkonventionelle Art dargestellt werden können. Das Circuszelt wird das runde Dach und der zentrale Versammlungsort der Karawane sein. Elemente sind Theater, Akrobatik, Musik, Pantomime, Performance usw.
-Mobiles Kino: Das Ziel des mobilen Kinos ist das permanente Filmen und Vorführen der Kulturen durch die sich die Karawane bewegt: Eindrücke, Interviews, Dokumentation und Unterhaltungsfilme werden an jedem Ort produziert und an den weiteren Stationen wieder präsentiert. Jeder Standort der Karawane wird damit zur Produktionsstätte des mobilen Kinos. Interessenten können lernen mit Video- und Schnittechnik zu arbeiten.
-Free Parties: In der Tradition mobiler Soundsystems werden an den jeweiligen Orten Parties veranstaltet, die zusammen mit dem Circus und dem Kino vor allem lokalen KünstlerInnen und MusikerInnen ein Forum bieten soll.
2. Entwicklungszusammenarbeit
Im Rahmen der Karawane werden Kooperationen mit Gruppen und Initiativen im Maghreb angestrebt. Hierbei geht es vor allem um den Transfer von Hardware und Wissen in den Bereichen alternative Energieformen, Mobilität, Autarkie und Medien-/Informationstechnologie. Im einzelnen ist vorgesehen Materialien wie auf Gemüseöl umgerüstete Fahrzeuge und Generatoren, Computer, Filmschnittechnik, Solaranlagen, Radiosender und ähnliches in Europa als Spenden zu organisieren und einigen im Kontext der Karawane arbeitenden Gruppen im Maghreb zur Verfügung zu stellen.
Hierbei ist die Kooperation mit dem gemeinnützigen Berliner Entwicklungs-zusammenarbeitsverein SONED e.V. ein wichtiger Bestandteil. Weitere Partnerorganisationen mit bereits bestehenden Verbindungen in den Maghreb und nach Westafrika sind aufgerufen sich zu beteiligen. Jede Form der Material- oder Geldspende (gegen Spendenquittung) ist herzlich willkommen.
3.Institute of Nomadology
Zur reflexiven Begleitung der Karawane sind eine Anzahl von wissenschaftlichen Kongressen des "Institute of Nomadology" geplant. Dies ist ein Zusammenschluss freier Wissenschaftler, die sich mit Nomadentum, Migration und Zukunftsforschung beschäftigen.
In den Kongressen werden folgende Schwerpunkte bearbeitet:
-Nordafrikanische MigrantInnen in Europa (Transnationale Räume, Des-Integration)
-Europäische Interessen und Politik gegenüber dem Maghreb (EuroMediterrane Freihandelszone, Schengen)
-Entwicklungspolitik und Kulturaustausch (Antworten auf ökonomische Ungleichheit und den "Kampf der Kulturen")
-Moderne Politik der Maghreb-Staaten (Postkoloniale Situation, Zivilgesellschaft, Demokratisierung)
-Formen alternativer Energie- und Mobilitätskonzepte
-Zukunftsforschung, Entwicklung von Visionen
-Gemeinsames Lehren und Lernen
Geplant ist ein Eröffnungskongress zu Beginn der Karawane vom 19. bis 21. September 2003 in Berlin. Kooperationspartner wird voraussichtlich das Kulturwissenschaftliche Institut der Humboldt Universität zu Berlin sein. Weitere Kooperationspartner werden gesucht, das Forum ist inhaltlich und formal offen, unterschiedlichste Beiträge willkommen. (Dies ist als Call for Papers zu verstehen!)
In ähnlicher Form sind Veranstaltungen in Tangier (1. bis 10. Dezember 2003), in Südmarokko (25. Januar bis 5. Februar 2004) und in St. Louis im Senegal (21. bis 29. März 2004) geplant. Hierbei werden die Kongresse in die sonstigen Veranstaltungen (Circus, Parties, Workshops) integriert sein. Kooperationspartner vor Ort werden dringend gesucht.
Das Ziel der Kongresse soll sein, mit lokalen wie internationalen Fachleuten und Betroffenen allgemeine Fragen zum Thema mit konkreten Anforderungen und Problemen zu verknüpfen, gegenseitigen inhaltlichen Austausch zu fördern und Impulse für ein neues Denken anzuregen.
Wer ist die Karawane?
"Die Karawane sind alle die mitmachen"
Bisher beteiligte Gruppen:
Memenet: Eine Initiative Berliner Veranstalter, Filmemacher und Performancekünstler. (www.memenet.de)
SONED e.v.: Southern Network for Environment and Development. Ein Berliner Entwicklungszusammenarbeitsverein, der seit über 10 Jahren Projekte unter anderem in Kenia, Nigeria und Gambia mit Solartechnik, Fahrrädern, LKWs, mechanischen Nähmaschinen etc. unterstützt und dortige Produkte in Berlin vertreibt. (www.soned.de)
Filmbrigade Nord: Ein mobiles Kino, das mit 35 mm Projektoren ausgerüstet ein ähnliches Projekt bereits vor 3 Jahren geplant hatte und jetzt im Rahmen der Boundaries-to-Bridges-Tour durchführen wird.
Weitere Kooperationen mit unterschiedlichen Gruppen aus den Bereichen Medientechnik (Radiokampagne Berlin, Indimedia, CCC...), Entwicklungspolitik (Berliner Entwicklungs-politischer Ratschlag e.v. ...), Migrationspolitik (No Border, Attac, ...) und Umwelttechnik sind im Entstehen.
Alle Projekte die sich mit den Zielen und Inhalten der Boundaries-to-Bridges-Tour identifizieren können, sind herzlich eingeladen und aufgefordert sich an dem permanent in Entwicklung begriffenen und unhierarchisch-kooperativ organisierten Projekt in welcher Form auch immer zu beteiligen !!
Zum Entwicklungsstand des Projektes:
Die Karawane wird sich Anfang Oktober in Südspanien formieren, Mitte November nach Marokko übersetzen und von Mitte Februar bis Ende März von Südmarokko bis nach St. Louis in den Senegal ziehen.
Im Rahmen des Kulturfestivals U-Site Fusion Ende Juni (www.fusion-festival.de) wird ein vorläufiger Beginn mit der Umgestaltung eines Flugzeughangars in ein interplanetares Narrenraumschiff stattfinden (events). Das Narrenschiff wird dann starten und auf unterschiedlichen Veranstaltungen in Berlin und Umland seine Circuszelte aufschlagen (z.B. www.camp-tipsy.de). Nach dem Kongress des Institute of Nomadology vom 19.-21. September 2003 ist die Abfahrt nach Spanien geplant.
Kontakt:
www.memenet.de
info@memenet.de
c/o Mark Butler
Gubenerstr. 29
10425 Berlin
fon: +49 - 30 - 29 36 57 40
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