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Rassismus in Europa
Zweifelsfrei steigen die Popularitätswerte rechtspopulistischer Parteien überall in Europa. Alltagsrassismus ist eines der zentralen politischen Probleme Europas. Eine offizielle Politik, die von einem Flüchtlingsproblem, von illegalen Immigranten, spricht, eine offzielle Politik, die Grenzregime verschäft und in Abschiebungsversfahren die Menschenrechte mit Füssen tritt, affirmiert den Alltagrassismus. Keine wohlmeinenden Kampangen für Toleranz und Vielfalt können auf fruchtbaren Boden fallen, wenn im gleichen Atemzug strukturelle Ausgrenzung und Abschottung betrieben wird. Daher müssen die Politiker, die eine Öffnung der Märkte und eine liberale Wirtschaftspolitik betreiben, daher muss die offzielle Politik der EU, die sich für eine Euro-Mediterane Freihandelszone einstetzt, auch sagen, daß diese Politik Migrationsströme auslöst. Tut sie dies nicht, tut sie das ganze Gegenteil, dann macht sie sich zum Komplizen des Alltagsrassismus und verliert jede Glaubwürdigkeit, diesen bekämpfen zu wollen.
Daher sehen wir in der Kritik der offziellen EU-Politik ein zentrales Anliegen des anti-rassistischen Engagements. Dies kann jedoch nicht alles sein.
Alltagsrassismus ist ein vielschichtiges Problem, dass nicht zuletzt Ergebnis eines spezifisch modernen Verständnis von Identität ist. Ein Bild eines ganzen Menschen, der seinen Körper und seinen Geist besitzt, der sich ein Haus baut, der Teil einer kulturellen Gruppe ist, die Zugehörigkeit von der Bedingung abhängig macht, normal in einem hegemonialen Sinne zu sein, verlangt vom unnormalen, vom Fremden Assimilation für das Geschenk der Zugehörigkeit. Das normale jedoch kann überhaupt erst entstehen, in dem man das unnormale definiert. Ohne Fremden gibt es folglich keine Identität. Solidarität mit den sogenannten Fremden stetzt voraus, sich selbst als fremd und immer wieder fremd, als unnormal und immer wieder unnormal zu definieren. Erst von der Anerkennung dieser prinzipiellen Differenz aus kann der notwendige Streit und die Diskussion darüber beginnen, was gemeinsam für richtig und falsch gehalten wird. Jede Verstarrung dieses beständig neu zu formluierenden Gemeinsamen führt zu Rassimus, Kulturalismus oder anderen Formen struktureller Abgrenzung.
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